Hunde leben nah an unserer Seite, laufen auf Böden aller Art, wälzen sich manchmal im Gras und sind Kälte, Hitze, Feuchtigkeit, Spaziergängen, Bädern oder jahreszeitlichen Veränderungen ausgesetzt. Ihre Haut, ihr Fell und ihre Pfotenballen sind daher vielen kleinen Belastungen des Alltags ausgesetzt.
Eine Pflegeroutine für seinen Hund einzuführen bedeutet vor allem, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um ihn zu beobachten, ihn zu begleiten und seinen Komfort mit einfachen Gesten zu erhalten, die an seine tatsächlichen Bedürfnisse angepasst sind.
Eine Pflegeroutine dient nicht nur dazu, den eigenen Begleiter zu reinigen. Sie hilft vor allem dabei, zu wissen, was bei ihm normal ist: sein gewohnter Geruch, seine Art zu laufen, das Aussehen seiner Haut, seiner Augen, seiner Ohren, seiner Zähne, seiner Krallen und seiner Pfotenballen. Genau dieses Wissen hilft, eine ungewöhnliche Veränderung schneller zu erkennen.
Warum die Pflege des Hundes wichtig ist
Die Haut des Hundes spielt eine wesentliche Rolle: Sie schützt seinen Körper, trägt zu seinem Komfort bei und kann bestimmte Ungleichgewichte sichtbar machen. Rötungen, Juckreiz, Schuppen, stumpfes Fell, kleine Reizungen oder ungewöhnliche Gerüche können manchmal darauf hinweisen, dass besondere Aufmerksamkeit nötig ist.
Regelmäßige Pflege hilft, das eigene Tier besser kennenzulernen. Wenn man seine Pfoten, sein Fell oder bestimmte empfindliche Bereiche sanft berührt, lassen sich kleine Verletzungen, trockene Stellen, Reizungen, Zecken, Grannen, Schmerzen oder Veränderungen im Erscheinungsbild leichter erkennen. Diese Beobachtung ersetzt niemals den tierärztlichen Rat, hilft aber dabei, früher zu reagieren, wenn etwas ungewöhnlich erscheint.
Wie oft sollte man eine Pflegeroutine für seinen Hund durchführen?
Es gibt keine ideale Häufigkeit, die für alle Hunde gilt. Ein langhaariger Hund, ein sehr aktiver Hund, ein Hund, der häufig schwimmt, ein älterer Hund oder ein Hund mit empfindlicher Haut hat nicht dieselben Bedürfnisse wie ein kurzhaariger Hund, der überwiegend im Haus lebt.
Im Alltag kann die Pflege sehr schnell gehen: den Gang beobachten, die Augen kontrollieren, darauf achten, ob der Hund sich häufig leckt, ob er sich kratzt, ob er sich unwohl zu fühlen scheint oder ob nach dem Spaziergang sichtbare Verschmutzungen vorhanden sind.
Mehrmals pro Woche kann man sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um das Fell zu bürsten, die Pfotenballen zu kontrollieren, die Ohren anzusehen und die Stellen zu überprüfen, an denen Geschirr oder Halsband reiben.
In regelmäßigen Abständen, je nach den Bedürfnissen des Hundes, kann man die Krallen kontrollieren, Zähne und Zahnfleisch beobachten, bestimmte empfindliche Bereiche reinigen, gelegentlich ein mildes Shampoo verwenden oder ein geeignetes Pflegeprodukt auf Pfotenballen, Nase oder eine trockene Stelle auftragen.
Was sollte man während einer Pflegeroutine für den Hund überprüfen?
Eine gute Pflegesitzung kann einer einfachen Reihenfolge folgen, die möglichst immer ähnlich bleibt. Das beruhigt den Hund, erleichtert die Berührung und hilft, keine Bereiche zu vergessen.
Fell und Haut
Das Bürsten ist oft der natürlichste Ausgangspunkt. Es hilft, abgestorbene Haare zu entfernen, Knoten zu begrenzen, das Fell zu belüften und die Haut zu beobachten. Je nach Felltyp kann es nötig sein, mehr oder weniger häufig zu bürsten, doch die Bewegung sollte immer sanft bleiben.
Es ist sinnvoll, nach und nach den ganzen Körper zu bürsten: Rücken, Flanken, Brust, Hals, Pfoten, hinter den Ohren, unter dem Bauch, wenn der Hund es zulässt, rund um die Rute und an den Stellen, an denen sich leicht Knoten bilden. Das Ziel ist nicht nur ästhetisch. Es ist auch eine Möglichkeit, den Hund daran zu gewöhnen, am ganzen Körper berührt zu werden.
Beim Bürsten kann man überprüfen, ob keine Knoten, roten Stellen, Schuppen, Krusten, kleinen Wunden, Pickel, kahlen Stellen, sichtbaren Parasiten oder Zecken vorhanden sind. Achseln, Innenseiten der Oberschenkel, Bauch, Rutenansatz und der Bereich hinter den Ohren werden oft vergessen, obwohl sich dort leicht Reizungen, Grannen oder kleine Fremdkörper verbergen können.
Pfotenballen und Zwischenräume zwischen den Zehen
Die Pfotenballen verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie direkt mit dem Boden in Kontakt stehen. Nach einem Spaziergang, besonders auf heißem, kaltem, rauem, feuchtem, steinigem oder im Winter gesalzenem Untergrund, ist es sinnvoll, die Pfoten des Hundes kurz anzusehen.
Man überprüft die Sauberkeit der Pfotenballen, ob keine Schnittverletzung, Rötung, Risse, sehr trockenen Stellen, Schwellungen oder Fremdkörper zwischen den Zehen vorhanden sind. Ein kleiner Stein, getrockneter Schlamm, ein Holzstück, Salz oder Schmutz zwischen den Zehen können erhebliche Beschwerden verursachen.
Eine Verbrennung oder Reizung der Pfotenballen kann sich durch Rötung, Berührungsempfindlichkeit, geschädigte Haut, häufiges Lecken, einen ungewöhnlichen Gang oder die Weigerung, die Pfote aufzusetzen, zeigen. Ein Hund, der lahmt, seine Pfote plötzlich wegzieht oder sich wiederholt leckt, sollte immer aufmerksam beobachtet werden. Wenn das Lahmen anhält, eine Wunde, eine Schwellung oder deutliche Schmerzen vorhanden sind, ist es besser, tierärztlichen Rat einzuholen.
Ein geeigneter Balsam kann helfen, die Pfotenballen zu pflegen und zu schützen, wenn sie stark beansprucht werden. Er sollte jedoch nicht verwendet werden, um eine Verletzung oder Schmerzen zu überdecken.
Die Krallen
Die Krallen des Hundes sollten regelmäßig beobachtet werden. Sie können zu lang werden, einreißen, abbrechen oder den Gang beeinträchtigen. Bei manchen Hunden nutzen sie sich durch Spaziergänge auf unterschiedlichen Untergründen natürlich ab. Bei anderen wachsen sie schneller, als sie sich abnutzen.
Eine zu lange Kralle kann den Auftritt verändern oder die natürliche Bewegung der Pfote stören. Auch die Wolfskrallen, wenn sie vorhanden sind, sollten kontrolliert werden, da sie sich nicht immer durch Bodenkontakt abnutzen.
Das Schneiden der Krallen muss vorsichtig erfolgen, da ein empfindlicher Teil Blutgefäße und Nerven enthält. Wenn man nicht weiß, wo man schneiden soll, wenn die Krallen schwarz sind, wenn der Hund sehr ängstlich ist oder wenn eine Kralle nahe an der Basis abgebrochen ist, ist es besser, einen Tierarzt oder einen professionellen Hundefriseur um Hilfe zu bitten.
Die Augen
Die Augen sollten vorsichtig beobachtet werden, ohne sie unnötig reinigen zu wollen. Kleine helle Verschmutzungen im Augenwinkel können bei manchen Hunden auftreten und vorsichtig mit einer sterilen, nicht gewebten Kompresse entfernt werden, die leicht mit physiologischer Kochsalzlösung oder einer für Hunde geeigneten Augenlösung angefeuchtet wurde.
Man sollte hingegen auf ungewöhnliches Tränen, Rötung, ein geschlossenes oder zusammengekniffenes Auge, Schwellung, gelben oder grünen Ausfluss, eine Farbveränderung, sichtbare Beschwerden oder einen Hund achten, der sich häufig das Gesicht reibt. Augen sind empfindlich: Wenn sich ihr Aussehen verändert oder das Auge schmerzhaft wirkt, ist es besser, schnell einen Tierarzt aufzusuchen.
Die Ohren
Die Ohren sollten regelmäßig angesehen werden, besonders bei Hunden mit hängenden Ohren, Hunden, die zu Ohrenentzündungen neigen, Hunden, die häufig schwimmen, oder Hunden mit vielen Haaren rund um den Gehörgang.
Ein gesundes Ohr ist in der Regel sauber, ohne starken Geruch, ohne deutliche Rötung, ohne Ausfluss und ohne übermäßiges Ohrenschmalz. Man kann das Ohr vorsichtig anheben, um den Eingang des Gehörgangs zu betrachten, ohne einen Gegenstand tief einzuführen.
Eine Reinigung sollte nicht systematisch erfolgen, wenn die Ohren sauber sind. Wenn eine Reinigung nötig ist, sollte ein für Hunde geeignetes Ohrenpflegeprodukt verwendet und den Angaben des Herstellers oder des Tierarztes gefolgt werden. Wattestäbchen sollten nicht verwendet werden, da sie Schmutz weiter in den Gehörgang schieben oder das Ohr verletzen können.
Ein schlechter Geruch, ein rotes, schmerzhaftes oder warmes Ohr, Ausfluss, übermäßiges Ohrenschmalz, ein Hund, der häufig den Kopf schüttelt, sich am Ohr kratzt oder den Kopf schief hält, sollten aufmerksam machen. In diesen Fällen ist es besser, tierärztlichen Rat einzuholen, bevor man die Reinigungen vervielfacht.
Nase und Fang
Die Nase des Hundes kann je nach Moment, Alter, Jahreszeit oder Umgebung leicht unterschiedlich aussehen. Entgegen einem verbreiteten Mythos muss sie nicht ständig feucht sein, um normal zu sein. Eine sehr trockene, rissige, schmerzhafte Nase, dicke Krusten, ein plötzlicher Farbverlust oder eine Wunde verdienen jedoch besondere Aufmerksamkeit.
Ein geeignetes Pflegeprodukt kann helfen, eine trockene oder empfindliche Nase zu pflegen, doch es sollten keine Produkte verwendet werden, die nicht für Hunde vorgesehen sind. Wenn sich das Aussehen der Nase plötzlich verändert oder der Hund sich unwohl zu fühlen scheint, ist ein tierärztlicher Rat vorzuziehen.
Zähne und Zahnfleisch
Das Maul wird in Pflegeroutinen oft vergessen, obwohl es eine wichtige Quelle von Unwohlsein sein kann. Es ist sinnvoll, den Hund nach und nach daran zu gewöhnen, dass man seine Lefzen vorsichtig anhebt, um Zähne und Zahnfleisch zu beobachten.
Man kann prüfen, ob Zahnstein vorhanden ist, ob der Atem ungewöhnlich riecht, ob das Zahnfleisch rot, geschwollen oder blutig ist, ob ein Zahn abgebrochen ist, wackelt oder ob der Hund Schwierigkeiten beim Kauen hat. Ein Hund, der weniger frisst, nur auf einer Seite kaut, seine Kroketten fallen lässt oder bestimmte Futtermittel verweigert, kann manchmal Zahnschmerzen haben.
Die Zahnpflege muss an den Hund angepasst werden. Manche Hunde akzeptieren das Zähneputzen mit einem für Hunde vorgesehenen Material, andere brauchen eine langsamere Heranführung. Geeignete Kauspielzeuge und bestimmte Zahnpflege-Leckerlis können ebenfalls helfen, die Ansammlung von Plaque durch die mechanische Wirkung des Kauens zu begrenzen. Sie sollten jedoch sorgfältig nach Größe, Alter, Kaukraft und Verdauungsempfindlichkeit des Hundes ausgewählt werden und ersetzen keine echte zahnmedizinische Betreuung.
Zu harte Gegenstände, die einen Zahn beschädigen oder brechen könnten, sollten vermieden werden, ebenso wie zu reichhaltige oder zu häufig gegebene Leckerlis. Bei starkem Zahnstein, Schmerzen, einem abgebrochenen Zahn, einem wackelnden Zahn, auffällig schlechtem Atem oder Schwierigkeiten beim Kauen ist es besser, tierärztlichen Rat einzuholen.
Reibungsstellen und Hinterhand
Halsbänder, Geschirre, Mäntel oder bestimmte Accessoires können Reibungen verursachen. Es ist sinnvoll, regelmäßig Hals, Brust, Achseln, Schultern und die Bereiche zu überprüfen, an denen die Ausrüstung auf der Haut aufliegt.
Bei langhaarigen, älteren oder empfindlichen Hunden verdient auch die Hinterhand eine sanfte Kontrolle: Knoten, Reizungen, Verschmutzungen, Rötungen oder Beschwerden, wenn der Hund sich hinsetzt. Ein veränderter Geruch, eine anhaltende Reizung oder wiederholtes Lecken sollten aufmerksam machen.
Den Hund an Berührungen gewöhnen
Eine gelungene Pflegeroutine beruht ebenso sehr auf Vertrauen wie auf den Gesten selbst. Ein Hund, der nach und nach daran gewöhnt wird, an Pfoten, Ohren, Maul, Bauch oder Rute berührt zu werden, akzeptiert nicht nur die Alltagspflege leichter, sondern auch Untersuchungen beim Tierarzt.
Am besten beginnt man mit sehr kurzen Einheiten in einem ruhigen Moment. Man berührt vorsichtig eine Pfote, schaut ein Ohr an, bürstet ein paar Sekunden und lobt den Hund anschließend. Ziel ist es, eine positive Verknüpfung zu schaffen, ohne übermäßigen Zwang.
Wenn der Hund sich versteift, den Kopf wegdreht, die Pfote zurückzieht, jammert, die Zähne zeigt, fliehen möchte oder sehr gestresst wirkt, sollte man nicht erzwingen. Man kann später langsamer erneut beginnen oder einen Fachmenschen um Rat bitten, wenn die Berührung schwierig wird.
Diese Gewöhnung ist besonders wertvoll bei Welpen, bleibt aber in jedem Alter möglich. Mit Geduld lernen viele Hunde, Pflege besser zu akzeptieren, vor allem wenn sie verstehen, dass die Gesten sanft, vorhersehbar und niemals brutal sind.
Natürliche Pflege für Hunde: einfach und sinnvoll bleiben
Natürliche Pflegeprodukte können im Alltag des Hundes durchaus ihren Platz haben, solange man eine ernsthafte und verantwortungsvolle Haltung bewahrt. Natürlich bedeutet nicht universell und auch nicht zwangsläufig für alle Tiere geeignet. Wichtig ist, Produkte zu wählen, die für Hunde formuliert wurden, improvisierte Mischungen zu vermeiden und die Anwendung zu beenden, wenn eine ungewöhnliche Reaktion auftritt.
Für Menschen, die eine gebrauchsfertige Grundlage suchen, kann ein vollständiges Set eine gute Wahl sein, besonders wenn es mehrere ergänzende Pflegeprodukte vereint. Bei Merlin&Cie bietet das Wohlfühl-Pflegeset mit 6 natürlichen Pflegeprodukten für Hunde zum Beispiel die Möglichkeit, Pflege für Pfotenballen, Haut, Nase, Fell und sanfte Hygiene in einer einzigen Routine zu vereinen.
Der Sinn besteht nicht darin, alle Produkte jeden Tag zu verwenden, sondern die passenden Pflegeprodukte je nach Moment griffbereit zu haben: nach einem Spaziergang, beim Bürsten, bei leichter Hauttrockenheit oder einfach, um den allgemeinen Komfort des Hundes zu unterstützen.
Pflege zu einem Moment des Vertrauens machen
Eine gelungene Pflege ist idealerweise ein ruhiger Moment. Am besten wählt man einen Zeitpunkt, an dem der Hund entspannt ist, geht sanft vor, spricht mit beruhigender Stimme und besteht nicht darauf, wenn das Tier deutliches Unbehagen zeigt. Bei manchen Hunden reichen am Anfang wenige Sekunden. Regelmäßigkeit und Sanftheit zählen mehr als die Dauer.
Pflege kann zu einem Moment der Nähe werden, muss den Hund aber immer respektieren. Ruckartige Bewegungen, zu stark parfümierte Produkte, Anwendungen in der Nähe von Augen oder Schleimhäuten ohne klare Angabe sowie fehlende Beobachtung der Hautreaktion nach der Anwendung sollten vermieden werden.
Wann sollte man tierärztlichen Rat einholen?
Alltagspflege ist nützlich, um den Komfort des Hundes zu unterstützen, darf aber kein gesundheitliches Problem überdecken. Bei starkem Juckreiz, anhaltenden Rötungen, einer Wunde, Haarausfall, auffälligem Geruch, Lahmheit, übermäßigem Lecken, einem schmerzhaften Ohr, einem roten oder geschlossenen Auge, einem abgebrochenen Zahn, einer beschädigten Kralle, einer plötzlichen Verhaltensänderung oder sichtbaren Schmerzen ist es besser, tierärztlichen Rat einzuholen.
Sich um seinen Hund zu kümmern bedeutet also, das richtige Gleichgewicht zu finden: einfache Gesten, geeignete Produkte, aufmerksame Beobachtung und viel Sanftheit. Eine gut durchdachte Pflegeroutine muss nicht kompliziert sein, um zum Wohlbefinden des eigenen Begleiters beizutragen.
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